Rückbau, Flächenrecycling und Entsorgungskonzepte

Revitalisierung

Das Wegbrechen traditioneller Industrien führt zur Entstehung von Industriebrachen. Gleichzeitig wird der Raum für „Neubauten auf der grünen Wiese“ knapper und wertvoller.

Zu Beginn der Revitalisierung ehemals gewerblich genutzter Flächen steht ein neues Nutzungskonzept. Auf der Grundlage der geplanten Neunutzung entwickeln wir die Konzepte für die Erkundung, Sanierung und Baureifmachung der jeweiligen Fläche. Die Sensibilität der geplanten Folgenutzung setzt hierbei den Maßstab für den erforderlichen Aufwand. Mit einem individuell auf die Fläche zugeschnittenen Ansatz lassen sich vorhandene Untergrund- und Baustoffbelastungen erkennen und soweit sanieren, dass die geplante Folgenutzung genehmigungsfähig und unter Beachtung des Kostenaspektes gefährdungsfrei möglich ist.

Zu dem Gesamtkomplex des Flächenrecyclings zählen die Schritte:

  • Historische Recherche (HR).
  • Orientierende Untersuchung der Kompartimente Boden, Grundwasser und Bausubstanz.
  • Ggf. Detailuntersuchung und Sanierungsuntersuchung.
  • Rückbau- und Entsorgungsplanung.
  • Ggf. Sanierungsplan.
  • Altlastensanierung (Boden, Grundwasser, Bauschadstoffe).
  • Kontrollierter Rückbau.
  • Wiederherstellung einer bebaubaren Fläche unter Beachtung von umweltchemischen und geotechnischen Aspekten.

Rückbau von Gebäuden

Der kontrollierte Rückbau von Gebäuden ist die Voraussetzung für die Wiedernutzbarmachung industriell bzw. gewerblich genutzter Flächen (Flächenrecycling). Rückbauarbeiten stellen für den Auftraggeber ein großes Risiko dar und sind dementsprechend sorgfältig zu planen.

Folgende Punkte sind u. a. zu beachten:

  • Beurteilung der Umwelt- und Gesundheitsgefahr von Bausubstanz, Bauschadstoffen, Produktions- und Hilfsstoffen, Produktionsanlagen, Boden und Grundwasser anhand von Begehungen, Bauschadstoff-Katastern, Probenahmen, Analytik, Bewertungen, Gutachten.
  • Aufstellung eines individuellen Rückbau- und Entsorgungskonzeptes.
  • Erstellung eines Leistungsverzeichnisses und Ausschreibung der erforderlichen Arbeiten, sorgfältige Auswahl des Abbruchunternehmens.
  • Fachtechnische Rückbaubegleitung mit Dokumentation
  • SIGE-Koordination

Abfallwirtschaft

Für betriebliche Abfälle stehen bundesweit kompetente Entsorgungspartner (Entsorgungsfachbetriebe) zur Verfügung. Aber schon beim Ausheben einer Baugrube ist der Inhalt der Baggerschaufel als „Abfall“ einzustufen. Solange es sich um natürlichen und unbelasteten Bodenaushub handelt, ist das kein Problem. Aber wenn die Baugrube z. B. auf einem Gewerbegrundstück ausgehoben wird, beginnen die Unsicherheiten. Im ungünstigsten Fall ist der Bodenaushub durch Schadstoffe belastet und das abfallrechtliche Problem ist da.

Wir empfehlen in folgenden Fällen individuelle Voruntersuchungen und ein Entsorgungsmanagement (Deklarationsanalytik, Boden- bzw. Haldenmanagement, Ermittlung des günstigsten Entsorgungsweges, Nachweisverfahren, Dokumentation):

  • Erdbaumaßnahmen im Bereich der Auen der Harzflüsse (z. B. Grane, Innerste, Oker) und im „Bodenplanungsgebiet Harz im Landkreis Goslar“ sowie in vergleichbaren Flächen in den Landkreisen Wolfenbüttel und Hildesheim mit relevanten Schwermetallbelastungen.
  • Erdbaumaßnahmen auf gewerblich genutzten Flächen, Altstandorten etc.
  • Erdbaumaßnahmen auf Flächen mit unbekannter Vornutzung.
  • Baumaßnahmen mit Anlieferung und Einbau von Böden und Recyclingmaterial unbekannter Herkunft und Qualität.

SIGE-Koordination

Mit der seit 01.07.1998 geltenden Baustellenverordnung (BaustellV) verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf Baustellen zu verbessern. Zum Erreichen dieses Zieles sieht die Baustellenverordnung in Abhängigkeit von der Anzahl der beauftragten Arbeitnehmer sowie Art und Umfang der Arbeiten einen Koordinator für Sicherheit und Gesundheitsschutz (SIGEKO) vor, der u. a. zwischen den verschiedenen beauftragten Unternehmen und den unterschiedlichen Gewerken koordiniert und darauf achtet, dass die Arbeitgeber ihre Pflichten bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz erfüllen. Ein Werkzeug für die SIGE-Koordination ist der Plan für Sicherheit und Gesundheitsschutz (SIGEPLAN). Der für das Bauvorhaben individuelle SIGEPLAN soll dem Nutzer Schwerpunkte und Besonderheiten des Arbeitsschutzes auf der Baustelle zugänglich machen.

Wir besitzen alle erforderlichen Qualifikationen (Koordinator gem. BaustellV, Koordinator gem. DGUV 101-004, Asbestsachkundiger) und können auf eine mehrjährige Erfahrung mit der Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordination zurückblicken. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umbau von Industrieanlagen sowie dem Rückbau von Industriestandorten und Gebäuden.