Bauschadstoffe

In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer wieder problematische Bauschadstoffe eingesetzt, deren gesundheitliche Relevanz sich oft erst später zeigte (Asbest, Formaldehyd, Holzschadstoffe). Manchmal stellten sich auch die eingesetzten Ersatzstoffe als gesundheitsgefährdend bis krebserzeugend heraus (Beispiel: Mineralische Dämmstoffe = KMF).Eingesetzte Bauschadstoffe machen auf unterschiedliche Weise auf sich aufmerksam:

  • Im ungünstigsten Fall führen sie zu akuten oder schleichenden gesundheitlichen Problemen.
  • Bei Abbrucharbeiten ohne qualifizierte Vorerkundung können Bauschadstoffe „plötzlich“ zutage treten und zu Gesundheits- und Umweltgefährdungen sowie zu ungeliebten Nachträgen und Mehrkosten führen.
  • Beim „Bauen im Bestand“, also Um- und Ausbauarbeiten, besteht dieselbe Gefahr wie beim Abbruch, nur dass hier neben gewerblichen häufig auch private Auftraggeber auftreten, die zum Bauzeitpunkt im Objekt wohnen. Die Verantwortung des Planers und des Ausführenden kann hier nicht hoch genug angesetzt werden.
  • Besonders aktuell ist das Thema „Asbest in Spachtelmassen, Putzen und Fliesenklebern“. Hintergrund der Untersuchung von Klebern, Ausgleichs- und Spachtelmassen etc. auf Asbest mit niedriger Nachweisgrenze von 0,001 Masse-% ist, dass auch bei geringen Asbestgehalten und flächigem Vorkommen bei entsprechend großflächigen Arbeiten / Oberflächenbehandlungen (z.B. Abschleifen) mit der Freisetzung relevanter Mengen an Asbestfasern in die Raumluft zu rechnen ist. Unser Ingenieurbüro hat seit Herbst 2016 hunderte Asbestkontrollen in diversen Gebäuden vorgenommen und die Sanierung diverser Gebäude ausgeschrieben und begleitet. Wir sind im Thema und beraten Sie gerne.

Asbest und KMF

Krebs erzeugende, Asbest haltige Baustoffe wurden bis Mitte der 80er Jahre bundesweit nahezu in jedem Gebäude verbaut. Die Anwendungen waren dabei unbegrenzt, am bekanntesten sind Wellasbestplatten, Asbestzement–Fensterbänke, -Blenden, –Abwasserrohre und sogenannte Flexplatten als Fußbodenbelag. Darüber hinaus wurden vor allem im Industrieeinsatz zwecks Brandschutzes schwach gebundene Asbestbaustoffe (z. B. Promabest) verwendet. Es ist also davon auszugehen, dass bei kontrolliertem Rückbau und beim Bauen im Bestand immer die Gefahr der Asbestfaserfreisetzung besteht.

Neben Asbest sind beim Rückbau und beim Bauen im Bestand vor allem die Künstlichen Mineralfasern (KMF, sogenannte Dämm- oder Glaswolle) zu beachten, die viele Jahre lang als ungefährliche Ersatzstoffe für Asbest eingesetzt wurden. Die bis 1996 in Deutschland eingesetzten KMF gelten heute überwiegend als krebserzeugend. Seit dem 01. Juni 2000 dürfen in Deutschland nur noch neue Produkte verarbeitet werden, die nach Anhang V Nr. 7 der Gefahrstoffverordnung, als unbedenklich gelten.

Wir empfehlen dringend, im Zuge der Planung von Umbau- bzw. Rückbaumaßnahmen die jeweiligen Gebäude auf die Bauschadstoffe „Asbest“ und „KMF“ untersuchen zu lassen. Wir bieten ihnen qualifizierte Beratung, Bauinspektionen, Asbest- und KMF-Kataster, sowie Sanierungskonzepte und deren Umsetzung (Ausschreibung, fachtechnische Baubegleitung, Dokumentation, SIGE-Koordination).

Holzschadstoffe

Bei Rückbauarbeiten sowie Um- und Ausbaumaßnahmen (Bauen im Bestand) besteht ein großes Risiko für den Kontakt mit Bauschadstoffen, wenn die Gebäude vor 1995 gebaut oder aber gewerblich genutzt wurden. Neben Asbest, Künstlichen Mineralfasern, PAK, MKW und PCB spielen hier vor allem Schadstoffe aus Holzschutzmitteln eine große Rolle:

  • Schwermetalle · Aufgrund ihrer bioziden Wirkung sind hier vor allem Arsen, Blei, Chrom, Kupfer und Quecksilber zu nennen.
  • PCP · Pentachlorphenol, ebenfalls mit starker biozider Wirkung in Anstrichen, Farben und Teppichböden. Als Verunreinigung können Dioxine in PCP enthalten sein.
  • Lindan · gamma-HCH = Hexachlorcyclohexan. Schädlingsbekämpfungsmittel, das u. a. zur Saatgutbehandlung und zur Behandlung rindenbewohnender Schädlinge eingesetzt wurde. Häufig in Holzschutzmitteln beigemischt und mit PCP vergesellschaftet.
  • Formaldehyd · HCHO oder CH2O entsteht bei fast allen Verbrennungsprozessen und ist in Harzleimen, Klebern und Reinigungsmitteln enthalten. Bekannt und kritisch ist das Vorkommen in Spanplatten, wo es zu Ausdünstungen mit Belastungen der Raumluft kommen kann.

Die genannten Holzschadstoffe gelten als gesundheitsschädlich und stehen bezüglich ihres Krebs erzeugenden Potentials in der Diskussion. Die Kontrolle, der in Gebäuden verwendeten Baustoffe im Hinblick auf Holzschadstoffe, wird beim Bauen im Bestand (Um- und Ausbaumaßnahmen) und im Vorfeld geplanter Rückbauarbeiten dringend empfohlen. Die Entsorgung von Holzabfällen ist über die Altholzverordnung geregelt, auch hierfür ist eine Einstufung erforderlich.

Wir bieten qualifizierte Beratung, Bauinspektionen, Bauschadstoff-Kataster, Raumluftmessungen sowie Sanierungskonzepte und deren Umsetzung (Ausschreibung, fachtechnische Baubegleitung, Dokumentation, SIGE-Koordination).

PAK / MKW / PCB

Bei Rückbauarbeiten, sowie Um- und Ausbaumaßnahmen (Bauen im Bestand), besteht ein erhöhtes Risiko für den Kontakt mit Bauschadstoffen, wenn die Gebäude vor 1995 gebaut oder aber gewerblich genutzt wurden. Neben Asbest, Künstlichen Mineralfasern und Holzschadstoffen sind hier vor allem

  • PAK · polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, sogenannte Teerstoffe (Pech, Gußasphalt, Parkett-, Fliesen- und PVC-Kleber, Dachpappen etc.),
  • MKW · Mineralölkohlenwasserstoffe aus Kraft- und Schmierstoffen (Benzin, Diesel, Schweröl, Motor- und Getriebeöl etc.),
  • PCB · polychlorierte Biphenyle in Weichmachern von Kitten und Fugenmassen, Wärmeträgerölen (Transformatoren, Kondensatoren)

zu nennen. PAK und PCB gelten als gesundheitsschädlich und stehen bezüglich ihres Krebs erzeugenden Potentials in der Diskussion. Die Kontrolle der in Gebäuden verwendeten Baustoffe im Hinblick auf Schadstoffe wie PAK, MKW und PCB wird im Vorfeld von Rückbauarbeiten und Bauarbeiten im Bestand empfohlen. Neben den Gefahren für die Gesundheit können Bauschadstoffe zu einer Verunreinigung von anfallendem Bauschutt führen, was erhöhte Entsorgungskosten nach sich ziehen kann.

Wir bieten ihnen qualifizierte Beratung, Bauinspektionen, Bauschadstoff-Kataster sowie Sanierungskonzepte und deren Umsetzung (Ausschreibung, fachtechnische Baubegleitung, Dokumentation, SIGE-Koordination). Wir besitzen die erforderlichen Qualifikationen (Koordinator gem. BaustellV, Koordinator gem. DGUV Regel 101-004, Asbestsachkundiger).